Welches Werkzeug brauchen Sie zum Tapezieren?
Die komplette Tapezierausrüstung erklärt: wofür jedes Werkzeug tatsächlich da ist, bei welchen zweien sich eine Investition lohnt und welche Sie getrost im Regal lassen können
Zum Tapezieren brauchen Sie ein Maßband, einen Bleistift, eine Wasserwaage, ein scharfes Cuttermesser mit Abbrechklinge und Ersatzklingen, einen breiten Spachtel, einen Andrückspachtel, einen Nahtroller und saubere weiße Tücher. Für unsere Tapeten in Wandklebetechnik kommen gebrauchsfertiger Kleister für die Wandklebetechnik, ein Eimer, ein Kleisterpinsel und eine kurzflorige Rolle hinzu. Das ist die ganze Liste.
Tapezieren gilt als Arbeit, für die man einen ganzen Schuppen voller Ausrüstung braucht – doch das meiste davon gehört zu einer Art des Tapezierens, die weitgehend verschwunden ist. Im Folgenden erfahren Sie, wofür jedes Werkzeug tatsächlich da ist, bei welchen sich eine gute Qualität lohnt und welche Sie ignorieren können.
Messen und Anzeichnen
- Maßband. Eines mit 5 m reicht völlig.
- Bleistift. Ein ganz normaler Graphitstift, gespitzt. Niemals ein Kugelschreiber oder Filzstift, denn Tinte schlägt durch feuchte Tapete durch.
- Wasserwaage, mindestens 1 m lang. Daran ziehen Sie Ihre senkrechte Linie, und nach dieser Linie wird jede Bahn ausgerichtet.
- Oder ein Laser. Nicht unbedingt nötig, aber wirklich nützlich. Er projiziert eine exakte Senkrechte, nach der Sie tapezieren können, ohne an jeder Wand neu anzuzeichnen, und bei einem ganzen Raum macht er sich bezahlt.
Ein klassisches Senklot erfüllt denselben Zweck wie eine Wasserwaage – für einen Bruchteil des Preises. Es ist langsamer und pendelt, aber es hat noch nie danebengelegen.
Schneiden
- Cuttermesser mit Abbrechklinge und reichlich Ersatzklingen. Das wichtigste Werkzeug auf der Liste. Jeder Schnitt verlangt eine scharfe Klinge; eine stumpfe Klinge zieht und reißt feuchtes Papier, statt es zu schneiden. Brechen Sie die Klinge alle paar Schnitte ab. Genau dafür sind die Segmente da.
- Breiter Spachtel, 100 mm oder breiter. Sie halten ihn in den Knick an Decke und Fußleiste und schneiden daran entlang. Ein Lineal oder eine Tapezierschiene erfüllt denselben Zweck.
- Tapezierschere. Eine Schere mit langen Klingen, um Bahnen auf dem Boden oder Tisch zuzuschneiden. Entbehrlich, wenn Sie mit dem Messer an einem Lineal entlang schneiden.
Verwenden Sie keine Haushaltsschere und kein Küchenmesser. Beide schneiden keine saubere, gerade Kante – und die Kante ist der Teil Ihrer Arbeit, den man sieht.
Kleistern
Nur für klassische und extrastarke Tapeten.
- Gebrauchsfertiger Kleister für die Wandklebetechnik. Kein Anrühren, jedes Mal gleichbleibende Konsistenz.
- Eimer und Abstreifgitter oder Farbwanne.
- Kleisterpinsel. Für die Ränder an Decke und Fußleiste und für die Ecken, wo eine Rolle nicht hinkommt.
- Kurzflorige Rolle mit Teleskopstange. Um die Wandmitte schnell und gleichmäßig einzukleistern. Eine langflorige Rolle nimmt zu viel auf und hinterlässt Wülste.
Andrücken und Nähte schließen
- Andrückspachtel. Ein Kunststoffspachtel eignet sich für unsere extrastarke Tapete; ein Andrückspachtel mit Filzkante ist schonender zur extramatten Oberfläche der klassischen und der abziehbaren Tapete. Auch eine breite Tapezierbürste funktioniert.
- Nahtroller. Eine kleine, harte Rolle, um die Naht zu schließen. Mit leichtem Druck verwenden, denn starkes Andrücken hinterlässt auf matten oder strukturierten Tapeten dauerhaften Glanz.
Bei diesen beiden lohnt es sich, Geld auszugeben. Ein billiger Spachtel mit harter, rauer Kante hinterlässt Spuren auf einer matten Tapete – und das merken Sie erst, wenn die Bahn an der Wand hängt.
Reinigen und Abdecken
- Saubere, trockene weiße Tücher. Mehrere davon. Kleister auf der Vorderseite der Tapete lässt sich mit einem sauberen, leicht feuchten weißen Tuch und sanftem Druck entfernen.
- Abdeckplanen und Malerkrepp.
- Schraubendreher. Für die Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern – bei ausgeschalteter Sicherung am Sicherungskasten.
Kein Schwamm. Ein nasser Schwamm bringt weit mehr Wasser auf die Tapete als gewünscht, und ein farbiges Tuch kann auf einer feuchten Oberfläche abfärben. Das hier ist Papier und Druckfarbe, und so sollte es auch behandelt werden.
Arbeitshöhe
- Stehleiter. Hoch genug, dass Sie nicht auf der obersten Stufe arbeiten.
- Eine stabile Arbeitsplattform fürs Treppenhaus, also ein Gerüstbrett zwischen zwei sicheren Auflagen, keine auf einer Stufe balancierte Leiter. Das ist der Teil der Arbeit, der wirklich ein Risiko birgt.
- Eine saubere, freie Fläche zum Zuschneiden. Ein Tisch, eine Platte oder ein gefegter Boden.
Brauchen Sie einen Tapeziertisch?
Nicht für unsere Tapeten. Den Tapeziertisch gibt es, weil der Kleister früher auf die Tapete kam und man eine Fläche brauchte, um eine Bahn auszulegen, einzukleistern und zusammenzulegen. Bei Tapeten in Wandklebetechnik kommt der Kleister nie mit dem Tisch in Berührung.
Was Sie aber brauchen, ist eine saubere, ebene Fläche zum Messen und Zuschneiden. Ein Tapeziertisch ist eine praktische Variante davon, günstig und zusammenklappbar – doch ein abgewischter Esstisch oder ein sauberer Boden erfüllt denselben Zweck.
Die Ausrüstung für selbstklebende Tapete
Kürzer, denn es gibt keinen Kleister:
- Maßband, Bleistift, Wasserwaage oder Laser
- Scharfes Messer, Ersatzklingen und ein Lineal
- Andrückspachtel mit Filzkante
- Stehleiter
- Eine saubere Fläche zum Zuschneiden
Eine Nadel in der Tasche ist praktisch für eingeschlossene Luftblasen.
Werkzeug zum Entfernen von Tapeten
Andere Arbeit, andere Ausrüstung: ein breiter Tapetenschaber, ein Tapetenperforierer, ein Schwamm oder eine Drucksprühflasche, Tapetenablöser und ein Dampftapetenablöser, wenn die Tapete hartnäckig ist oder mehrere Schichten übereinander kleben.
Worauf Sie verzichten können
- Eine Wasserwanne für Tapeten. Nur für vorgekleisterte Tapeten nötig, ein amerikanisches Format.
- Überlappungs- oder Reparaturkleber. In der Tube nützlich, um später eine gelöste Kante zu fixieren, zum Tapezieren aber unnötig, denn unsere Tapeten werden Stoß an Stoß verklebt und niemals überlappt.
- Einen Dampftapetenablöser, es sei denn, Sie entfernen alte Tapete.
- Tapezierhandschuhe, Klebebänder und sonstige Gadgets. Ein Andrückspachtel und eine scharfe Klinge leisten alles, was diese versprechen.
Was brauche ich mindestens zum Tapezieren?
Maßband, Bleistift, Wasserwaage, scharfes Messer mit Ersatzklingen, breiten Spachtel, Andrückspachtel, Nahtroller und weiße Tücher – dazu Kleister, Eimer, Pinsel und Rolle, wenn Sie eine Tapete mit Kleister anbringen.
Brauche ich für Tapeten in Wandklebetechnik einen Tapeziertisch?
Nein. Sie brauchen eine saubere, ebene Fläche zum Messen und Zuschneiden; der Kleister kommt auf die Wand.
Kann ich zum Kleistern eine Farbrolle verwenden?
Ja, eine kurzflorige. Verwenden Sie sie danach nur noch zum Kleistern.
Wofür ist ein Nahtroller da?
Um die Naht zwischen zwei Bahnen zu schließen, damit die Kanten flach anliegen. Mit leichtem Druck verwenden, ein sanfter Durchgang genügt.
Lohnt sich ein Laser?
Für eine einzelne Akzentwand nicht. Für einen ganzen Raum oder ein Treppenhaus spart er Zeit und beseitigt die häufigste Ursache für ein verlaufendes Muster.
Verkaufen Sie Werkzeug oder Kleister?
Nein. Wir fertigen ausschließlich Tapeten. Kleister und Werkzeug bekommen Sie im Malerfachhandel vor Ort, und jeder gute Händler weiß genau, was eine Vliestapete in Wandklebetechnik braucht.