Klassische Tapete richtig tapezieren und anbringen
So bringen Sie unsere Tapete mit 150 g/m² in Wandklebetechnik an – von der ersten senkrechten Linie bis zum Beschnitt der letzten Bahn – und warum diese Tapetenart so viel einfacher ist als die Tapeten, die die meisten in Erinnerung haben
Klassische Tapete in Wandklebetechnik wird trocken auf die eingekleisterte Wand gebracht. Sie zeichnen eine senkrechte Linie an, kleistern eine Fläche etwas breiter als eine Bahn ein, bringen die Tapete direkt von der Rolle oder als zugeschnittene Bahn an, streichen sie von der Mitte nach außen glatt, setzen die nächste Bahn Stoß an Stoß daneben und schneiden oben und unten ab. Kein Einweichen, kein Zusammenlegen und kein Tapeziertisch.
Das ist unsere Standardtapete: 150 g/m², extramatt, glatt, Vlies, Stoß an Stoß tapeziert, auf einer Rolle mit 48 cm × 10,05 m. Einfacher lässt sich keine Tapete verarbeiten, und wenn Sie zum ersten Mal tapezieren, folgen Sie am besten der Methode unten.
Warum die Wandklebetechnik einfacher ist
Ältere Tapeten hatten einen Papierträger. Der Kleister wurde auf die Tapete aufgetragen, die Tapete auf sich selbst zusammengelegt und zum Einweichen liegen gelassen – und während sie wartete, dehnte sie sich aus. Deshalb erinnern sich so viele an das Tapezieren als einen Kampf mit einer nassen, sich dehnenden, reißenden Bahn.
Vlies nimmt Wasser nicht auf dieselbe Weise auf, dehnt sich also nicht aus und muss nicht einweichen. Das ändert drei Dinge:
- Der Kleister kommt auf die Wand, Sie hantieren also nie mit einer nassen, schweren Bahn.
- Nichts dehnt sich aus – eine Bahn, die beim Anbringen passt, passt auch nach dem Trocknen noch.
- Sie können die Tapete ein bis zwei Minuten auf dem feuchten Kleister verschieben, bis die Naht exakt sitzt.
Außerdem können Sie bei einer Wand in voller Raumhöhe direkt von der Rolle tapezieren. Rolle ansetzen, anbringen, dann an der Fußleiste abschneiden – das geht schneller, als jede Bahn auszumessen und zuzuschneiden.
Was Sie brauchen
- Gebrauchsfertigen Kleister für die Wandklebetechnik und einen Eimer
- Kleisterbürste für die Ränder und eine kurzflorige Rolle für die Mitte
- Maßband, Bleistift, Wasserwaage oder Laser-Wasserwaage
- Cuttermesser mit reichlich Ersatzklingen oder eine Tapezierschere
- Breiten Spachtel als Schneidekante
- Tapezierbürste oder Kunststoff-Andrückspachtel
- Nahtroller
- Saubere, trockene weiße Tücher
- Stehleiter, Abdeckplanen und eine saubere Fläche zum Zuschneiden
Wir liefern ausschließlich Tapeten – Kleister und Werkzeug bekommen Sie im Malerfachhandel. Fragen Sie nach gebrauchsfertigem Kleister für die Wandklebetechnik; mehr brauchen Sie für diese Tapete nicht.
Bevor Sie beginnen
- Prüfen Sie, ob die Wand tragfähig, sauber, trocken, eben und staubfrei ist und ein neuer Anstrich dreißig Tage ausgehärtet ist.
- Prüfen Sie Ihre Rollen. Öffnen Sie alle und vergewissern Sie sich, dass Design und Farbvariante Ihrer Bestellung entsprechen, bevor Sie etwas anbringen.
- Lassen Sie die Rollen einige Stunden im Raum liegen, wenn sie aus der Kälte kommen.
- Legen Sie fest, wo die erste Bahn hinkommt.
Schritt 1: Die senkrechte Linie anzeichnen
Messen Sie von Ihrem Startpunkt 48 cm ab und ziehen Sie mit Wasserwaage oder Laser eine feine Bleistiftlinie von der Decke bis zur Fußleiste. Jede Bahn wird an dieser Linie ausgerichtet, nicht an der Ecke. Ecken sind nie wirklich senkrecht, und ein daran ausgerichtetes Muster wandert mit jeder Bahn weiter ab.
Schritt 2: Die ersten Bahnen zuschneiden
- Messen Sie die Wandhöhe und geben Sie 3 cm an der Decke und 3 cm an der Fußleiste hinzu. Diese Zugabe wird abgeschnitten, sobald die Bahn an der Wand ist.
- Runden Sie auf das nächste volle Vielfache des Rapports auf, der auf der Produktseite angegeben ist.
- Schneiden Sie zwei oder drei Bahnen zu und legen Sie vor jedem Schnitt das Muster an der vorherigen Bahn an.
- Nummerieren Sie die Rückseite jeder Bahn mit Bleistift, damit sie in der Reihenfolge an die Wand kommen, in der Sie sie zugeschnitten haben.
Schneiden Sie immer nur einige Bahnen zu, nicht die ganze Wand. Decken verlaufen nicht im Wasser, und Sie möchten Spielraum zum Nachjustieren haben.
Schritt 3: Die Wand einkleistern
Kleistern Sie eine etwa 60 cm breite Fläche ein – etwas breiter als die 48 cm breite Bahn – von der Decke bis zur Fußleiste.
- Streichen Sie die Ränder mit der Bürste vor: in die Ecke, bis an die Deckenlinie und über die Fußleiste hinunter.
- Füllen Sie die Mitte gleichmäßig mit der Rolle aus, ohne Pfützen.
- Führen Sie den Kleister über die Stelle hinaus, an der die Naht liegen wird. Ein trockener Streifen am Rand einer Bahn ist mit Abstand die häufigste Ursache dafür, dass sich eine Naht zwei Wochen später löst.
Schritt 4: Die Bahn anbringen
- Tragen Sie die Bahn trocken an die Wand.
- Setzen Sie zuerst das obere Ende an und lassen Sie Ihre 3 cm Überstand über der Deckenlinie.
- Richten Sie die Kante an Ihrer Bleistiftlinie aus und lassen Sie den Rest an der Wand herunterfallen.
- Prüfen Sie, ob die Kante noch auf der Linie liegt, bevor Sie glatt streichen. Solange der Kleister feucht ist, lässt sich die Tapete ein bis zwei Zentimeter verschieben.
Schritt 5: Glatt streichen
Arbeiten Sie mit Tapezierbürste oder Kunststoff-Andrückspachtel in gleichmäßigen, überlappenden Strichen von der Mitte der Bahn nach außen und nach unten und schieben Sie Luft und überschüssigen Kleister zu den Rändern.
Nicht schrubben. Diese Tapete ist dünn und glatt, und zu viel Bearbeitung dehnt die Bahn ganz leicht – das zeigt sich als Spalt an der Naht, sobald sie trocknet und sich wieder zusammenzieht.
Schritt 6: Oben und unten beschneiden
- Drücken Sie die Tapete mit dem Rücken des Andrückspachtels in die Deckenkante und entlang der Oberkante der Fußleiste, sodass ein Knick entsteht.
- Halten Sie einen breiten Spachtel entlang des Knicks und schneiden Sie mit einer scharfen Klinge daran entlang.
- Brechen Sie die Klinge alle paar Schnitte ab. Eine stumpfe Klinge zieht und reißt feuchte Tapete ein, und eine ausgefranste Kante lässt sich hinterher nicht mehr korrigieren.
Gelangt Kleister auf die Vorderseite der Tapete, nehmen Sie ihn sofort mit einem sauberen, leicht feuchten weißen Tuch ab. Niemals reiben und niemals einen nassen Schwamm oder ein farbiges Tuch verwenden. Es handelt sich um Papier und Druckfarbe, und auf einer extramatten Oberfläche angetrockneter Kleister hinterlässt einen Fleck, den Sie bei Tageslicht sehen.
Schritt 7: Die nächste Bahn anbringen
- Kleistern Sie den nächsten Wandabschnitt ein, wieder etwas breiter als die Bahn.
- Setzen Sie die nächste Bahn neben die letzte und bringen Sie das obere Ende an.
- Richten Sie das Muster zuerst auf Augenhöhe aus und schieben Sie die Bahn dann seitlich, bis beide Kanten aufeinandertreffen.
- Streichen Sie sie glatt und fahren Sie dann sanft mit einem Nahtroller über die Naht.
Die Kanten stoßen aneinander. Sie überlappen nie. Unsere Designs haben einen geraden Ansatz – das Muster verläuft auf jeder Bahn auf gleicher Höhe durchgehend weiter.
Schritt 8: Rund um den Raum arbeiten
Arbeiten Sie in eine Richtung weiter, bis Sie wieder am Ausgangspunkt ankommen. Deshalb sollte der Startpunkt die unauffälligste Stelle im Raum sein – hinter einer Tür oder die Ecke, die man von der Tür aus am wenigsten sieht. Die letzte Naht in einem Raum passt beim Muster fast nie perfekt, und das ist bei jeder Tapete in jedem Haus normal.
Schritt 9: Trocknen lassen
Schließen Sie die Fenster, lassen Sie die Heizung auf der üblichen Stufe und lassen Sie die Wand vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden trocknen. Zu schnelles Trocknen öffnet die Nähte, denn Zugluft oder ein Schwall Heizungsluft trocknen die Oberfläche, bevor der Kleister dahinter angezogen hat.
Kleine Blasen sind normal, solange die Tapete feucht ist, und verschwinden fast immer.
Das Beste aus einer extramatten Tapete herausholen
Die Oberfläche unserer klassischen Tapete ist bewusst stumpf – genau das verleiht der Farbe ihre Tiefe. Es bedeutet aber auch, dass die Oberfläche zeigt, was Sie mit ihr machen:
- Halten Sie Hände und Werkzeug sauber. Kleister an der Tapezierbürste überträgt sich auf die nächste Bahn.
- Rollen Sie die Nähte nicht zu stark an. Fester Druck kann auf einer matten Oberfläche einen leichten Glanz hinterlassen.
- Fassen Sie zugeschnittene Bahnen an den Rändern an und knicken Sie sie nicht.
- Legen Sie eine Bahn zum Tragen bei Bedarf locker mit der bedruckten Seite nach innen zusammen, drücken Sie die Faltstelle aber nie zu einem Knick.
Wo diese Tapete am besten zur Geltung kommt
Schlafzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer, Babyzimmer, Arbeitszimmer und Flure mit normaler Beanspruchung. Für Räume, in denen die Wand Stöße und Dampf abbekommt – etwa Küche, Bad oder einen viel genutzten Familienflur –, ist unsere extrastarke Tapete die bessere Wahl. Für eine Mietwohnung sehen Sie sich unsere selbstklebende Tapete an.
Wird die Wand oder die Tapete eingekleistert?
Die Wand. Dies ist eine Vliestapete für die Wandklebetechnik: Der Kleister kommt auf die Wand, die Tapete wird trocken angebracht.
Muss die Tapete vorher einweichen oder zusammengelegt werden?
Nein. Einweichen und Zusammenlegen gehört zu älteren Papiertapeten und zu den meisten amerikanischen Tapeten. Vliestapete kommt direkt auf die eingekleisterte Wand.
Kann ich direkt von der Rolle tapezieren?
Ja, bei einer Wand in voller Raumhöhe. Oben ansetzen und an der Fußleiste abschneiden. Rund um Fenster, Türen und bei niedrigen Decken ist es einfacher, die Bahnen vorher zuzuschneiden.
Welchen Kleister sollte ich verwenden?
Gebrauchsfertigen Kleister für die Wandklebetechnik. Mehr braucht diese Tapete nicht.
Wie weit kann ich die Tapete verschieben, wenn sie hängt?
Ein bis zwei Zentimeter, in den ersten ein bis zwei Minuten, solange der Kleister feucht ist. Danach nehmen Sie die Bahn lieber ab und bringen sie neu an, statt sie zu verziehen.
Sollten sich die Nähte überlappen?
Nein. Stoß an Stoß, Kante an Kante. Eine Überlappung hinterlässt eine dauerhafte Kante.
Wann kann ich die Möbel wieder zurückstellen?
Nach vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden – und lassen Sie die Möbel am ersten Tag etwas Abstand zur Wand halten, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.